Am heutigen Tag der Deutschen Einheit, dem 3. Oktober 2026, habe ich an der Menschenkette „Es brennt!“ teilgenommen — ein Tag, an dem sich Menschen entlang der Lütticher Straße von Kelmis bis zum Aachener Dom die Hände gereicht haben. Dieser Beitrag bündelt die Hintergründe der Aktion.

Eine grenzüberschreitende Kette für die Lebensgrundlagen
Die bundesweite Initiative „Es brennt!“ rief zum Tag der Deutschen Einheit in mehr als 60 Städten zu Menschenketten auf; die symbolische Hauptstrecke verlief vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin (Initiative „Es brennt!“). Die Idee entstand in einer über den Messengerdienst Signal vernetzten Gruppe von Klimaschutzaktivisten, organisiert wurde die Aktion von der Arbeitsgruppe „Menschenkette: Es brennt!“ in Zusammenarbeit mit knapp 100 Organisationen (Tagesschau).
Die Aachener Ortsgruppe plante zunächst eine eigene Demo, entschied sich dann aber bewusst, die bundesweite Aktion zu unterstützen — und erweiterte sie um eine Besonderheit: Als einzige Strecke führte die rund neun Kilometer lange Kette über eine nationale Grenze: vom belgischen Kelmis bis zum Aachener Dom, um die Euregio mit einzubeziehen (Wochenspiegel). Das Motto „Es brennt!“ verweist auf den vergangenen Hitzesommer mit Hitzetoten, Waldbränden und Überschwemmungen.
„Es brennt!“ – im Sommer 2026 wörtlich genommen
Speziell in der Region Aachen hat das Motto eine konkrete Dimension: Die Organisatoren erinnerten an die beiden Großbrände im Sommer, die im Hohen Venn und im Wald von Hürtgenwald/Gey unvorstellbaren Schaden an der Natur anrichteten — die Folgen der Klimakrise kennen keine Grenzen, weshalb die Kette auch ein Zeichen der Solidarität mit Ostbelgien ist (Aachener Zeitung).
Um 12 Uhr reichten sich die Teilnehmenden die Hände; zehn Minuten Stille sollten Kraft entfalten, anschließend wurden fünf Minuten lang weiße DIN-A4-Blätter erhoben — als Symbol für den Neubeginn, den es für Klimaschutz und Demokratie braucht (BRF). Die Strecke war in 89 Abschnitte unterteilt, für jeden Abschnitt wurden rund 70 Teilnehmende gebraucht; insgesamt kalkulierten die Organisatoren mit 6.000 bis 7.000 Personen (Antenne AC).
Ein Zeichen für Zusammenhalt, Klimaschutz und Demokratie
Am Ende kamen in Aachen mehrere tausend Menschen zusammen, die sich an den Händen nahmen — die Kette reichte bis nach Kelmis (WDR). Beteiligt waren unter anderem der Runde Tisch Klimanotstand Aachen, der NABU Aachen und viele weitere NGOs (NABU Aachen). Die Forderungen richten sich an die deutsche Politik: Schutz der Lebensgrundlagen, mehr Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und die Stärkung von Demokratie und Grundgesetz (AachenNews).
Für mich bleibt vor allem das Bild der gereichten Hände über die Grenze hinweg — ein Beispiel dafür, dass Engagement nicht bei Ländergrenzen endet.
Ja, die gemeinsame Geste – möge sie gesehen worden sein – und das kraftvolle Schweigen waren ein gutes Gefühl…
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