Am Freitag, 28.10.2005, wurde in Alfter-Oedekoven der dargestellte Sammelaufruf zur „3. Gemeinnützige Große Schuhe- und Altkleider-Sammlung … am kommenden: Mittwoch“ verteilt. Veranstalter soll ein „Fränkischer Blindenverein e.V. … Gemeinnützig anerkannt seit 1959“ sein.
Wie Sie möglicherweise wissen, habe ich von 1992 bis 2002 für die Katholische Landjugendbewegung (KLJB) Oedekoven selbst eine Reihe von Altkleidersammlungen unter Beteiligung weiterer Jugendgruppen im Gemeindegebiet organisiert. Ab 1997 waren diese Sammlungen vom FairWertung e.V. lizensiert. Daher beobachte ich diese „Szene“ nach wie vor sehr interessiert.
Bei meinen heutigen Recherchen stellte ich – wie fast schon erwartet – fest, dass der o.g. „Fränkischer Blindenverein e.V.“ bereits von verschiedenen (Kommunal-) Behörden recht eindeutig in die Schranken verwiesen wurde:
* 22.12.2004, Stadt Worms: Unbekannte missbrauchen Vereinsnamen
* 12.01.2005, Stadt Koblenz: Ordnungsamt verbietet Kleidersammlung
* 5. KW 2005, Gemeinde Kürten: Illegale Kleidersammlung
* 15.04.2005, Landkreis Mayen-Koblenz: … warnt vor Sammlungen …
* 05.08.2005, Regierungspräsidium Tübingen: … erlässt Sammlungsverbot gegen den „Fränkischen Blindenverein e.V. – sozialer Blindenfürsorge-Verband“ … Bestimmungsgemäße Verwendung der Sammlungserträge ist nicht gewährleistet
Demnach wurden dem Verein bereits mehrere Sammlungen in verschiedenen Gebieten Deutschlands untersagt. Ebenso wird behauptet, der Verein habe seine Gemeinnützigkeit in 2004 verloren.
Daher beantragte ich heute mit einer diesem Blog-Eintrag fast gleichlautenden E-Mail wegen Dringlichkeit gegenüber der Verwaltung der Gemeinde Alfter ein sofortiges Verbot der Altkleidersammlung des Fränkischen Blindenverein e.V. Dringlichkeit ist gegeben, da die Handzettel erst am Fr., 28.10.2005, verteilt wurden, und die Sammlung „am kommenden: Mittwoch“, also am 02.11.2005, stattfinden soll (wenngleich das Datum nicht explizit auf dem Zettel genannt ist). Als Begründung meines Antrages zum Sammlungsverbot führe ich die in den oben verlinkten Webseiten einiger (Kommunal-) Behörden gemachten Behauptungen an.
Desweiteren beantragte ich bei der Verwaltung der Gemeinde Alfter die Bürgerinnen und Bürger in geeignetem Maße auf die Unrechtmäßigkeit der Altkleidersammlung und des Vereins aufmerksam zu machen. Dies sollte unverzüglich über die Website der Gemeinde Alfter erfolgen. Als Prävention für weitere Fälle sollte ein entsprechender Hinweis auch so schnell wie möglich im Amtsblatt abgedruckt sowie die Tagespresse verständigt werden.
Diese Information ging fast gleichlautend per E-Mail an die Bürgermeisterin der Gemeinde Alfter, Dr. Bärbel Steinkemper, und an die Fraktionen von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, CDU, FDP und UWG im Rat der Gemeinde Alfter sowie in Kopie auch an
* den Landrat des Rhein-Sieg-Kreises,
* das Regierungspräsidium Köln,
* die Polizei Bonn sowie
* die Lokalpresse Bonner Rundschau, General-Anzeiger Bonn und „Wir Alfterer“.
Das Presse- und Informationsbüro der Polizei Bonn hat laut einer E-Mail, die mich heute Morgen um 11.19 Uhr erreichte, meine “Mitteilung an die zuständige Dienststelle im Hause weitergeleitet”.
Der General-Anzeiger Bonn holte bei mir heute telefonisch um 15.33 Uhr weitergehende Informationen ein. Möglicherweise erscheint in der Ausgabe am Mittwoch, 2. November 2005, ein entsprechender Artikel.
Die Bonner Rundschau holte bei mir heute telefonisch um 16.49 Uhr weitergehende Informationen ein. Möglicherweise erscheint in der Ausgabe am Mittwoch, 2. November 2005, ein entsprechender Artikel.
Auch der Dachverband Fairwertung e.V. warnt vor den dubiosen Altkleidersammlern: ” Kleidersäcke beschlagnahmt – Aufsichtbehörde in Rheinland-Pfalz geht gegen dubiose Sammler vor – Kontrolleure der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion Rheinland-Pfalz haben Anfang Februar u.a. im Raum Koblenz insgeamt 400 Altkleidersäcke beschlagnahmt. Die Behörde hatte zu dieser Maßnahme gegriffen, weil die Kleidung von dubiosen Sammlern unter dem Anschein der Wohltätigkeit eingesammelt worden war. Dies ist ein Verstoß gegen das in Rheinland-Pfalz geltende Sammlungsgesetz. Die Behörde warnte vor Kleidersammlungen unter den folgenden Namen: Fränkischer Blindenverein e.V., Verein zur Förderung Schwerbehinderter e.V., Aktion Sonnenschein – Hilfe für das mehrfach behinderte Kind e.V. und Förderkreis geistig und mehrfachbehinderter Kinder e.V. “[ Quelle: http://www.fairwertung.de/aktuell/news.3/ – 31.10.2005, 17.10 Uhr ]
Fairwertung e.V. informiert auf seiner Website darüberhinaus in der Rubrik “Hintergrund” über das mehr als dubiose Vorgehen unterschiedlicher Altkleidersammler: http://www.fairwertung.de/hintergrund/nepper/index.html (31.10.2005, 17.15 Uhr)
Der General-Anzeiger Bonn warnt auf Grund meiner E-Mail in seiner heutigen Ausgabe vor der Sammlung.Sobald ich den Artikel habe (er steht leider nicht online beim GA zur Verfügung) werde ich ihn hier in einem weiteren Kommentar posten.
Um dieses Thema in eine noch breitere Öffentlichkeit zu bringen, habe ich eine entsprechende Nachricht in die Newsgroup ‘de.soc.recht.misc’ gepostet. Mag sein, dass in diesem Thread demnächst weitere interessante Informationen von anderen Betroffenen und/oder in die Thematik Involvierten zu finden sein werden.
Sammlung ist kommerziell
Soziales – Ex-Ratsmitglied Ralf Simon warnt in Oedekoven vor Altkleider-Aktion
Alfter-Oedekoven. Vor der 3. Gemeinnützigen Großen Schuh- und Altkleidersammlung” des “Fränkischen Blindenvereins in Oedekoven warnt der ehemalige Ratsherr der Alfterer Grünen, Ralf Simon, in einer Pressemitteilung sowie auf seiner Homepage (ralf-simon.de).
Hinter dem Aufruf stecke eine kommerzielle Sammlung unter karitativem Anschein. Laut Simons Recherchen seien die Kleider für den polnischen und russischen Secondhand-Markt bestimmt.
Am Freitag waren entsprechende Handzettel an die Haushalte in Oedekoven verteilt worden, die eine Aktion für den “kommenden Mittwoch” ankündigen. Gemeint sein dürfte der 2. November. Simon, der von 1992 bis 2002 für die Katholische Landjugendbewegung selbst diverse Altkleidersammlungen organisierte, hat im Internet verschiedene Kommunen und Behörden zusammengestellt, die kritisch auf den Verein hinweisen. Dazu gehören etwa die Städte Koblenz, Worms und das Regierungspräsidium Tübingen.
Keine Kenntnis hat die Gemeinde Alfter von der Sammlung. “Davon wissen wir nichts”, sagte Vize-Verwaltungschef Engelbert Skwortz gestern auf Anfrage. ks
[ Quelle: General-Anzeiger Bonn (Vorgebirge), Di./Mi., 2./3. November 2005, S. 6 ]
Hallo Herr Simon,
derselbe Verein hat jetzt für kommenden Montag hier in Bonn eine Sammlung angekündigt. Da mir derartige Betrügereien unter karitativem Vorwand ebenfalls zuwider sind, habe ich bereits in verschiedenen Fällen diesen Gaunern im Internet nachgespürt. So bin ich auch auf Ihre Homepage gestoßen.
Ich wette mal, weder die Gemeinde Alfter noch die anderen Stellen haben auf Ihre E-Mails wirklich etwas unternommen: Die Stadt Bonn hat mir auf eine entsprechende Anzeige einmal mitgeteilt, dass sie das nichts mehr angehe, seit (ich meine) 1998 das Versammlungsgesetz NRW aufgehoben worden sei. Deshalb findet man auch Internet Aussagen zu Sammlungsverboten bezüglich dieses Vereins nur in Ba-Wü, Rh-Pf etc., nicht aber aus NRW! Wirklich toll, damit überlässt man dem Gesindel im wahrsten Sinne des Wortes die Straße.
Auch Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft wegen Betrugs haben kaum Erfolg, da die Verfahren regelmäßig eingestellt werden.
So sieht es leider aus! Das Ergebnis ist, dass hier fast jeden Monat solche Sammlungen stattfinden, die eindeutig nicht karitativ sind, obwohl sie das vorspiegeln.
Mit freundlichen Grüßen
H.Z.
DER SPIEGEL berichtet in seiner Ausgabe 49/2005 auf Seite 58 über “entfesselte Sammler” und ihre “dubiose Geldsammelvereine”. Der “Fränkische Blindenverein” wird darin zwar nicht genannt, allerdings trägt der Artikel insgesamt zur Aufklärung über die weit verbreiteten und zweifelhaften Praktiken bei.
Leider steht der SPIEGEL-Artikel nur käuflich zur Verfügung. 🙁
Wieder berichtet der SPIEGEL über Altkleider. In der aktuellen Ausgabe 2/2006 vom 9.1.06 trägt der Artikel auf Seite 60ff. den Titel “Das Hemd des toten Weißen”.
Im Web steht der Artikel leider nur als kostenpflichtiges E-Paper zur Verfügung.
Hallo Ralf!
Den aktuellen Spiegel-Artikel habe ich auch gerade gelesen. In dem Zusammenhang fiel mir ein, dass vor wenigen Tagen in Alfter mal wieder so ein Sammelzettel verteilt wurde. Ein kurzes Nachschauen ergab, dass mal wieder der “Fränkische Blindenverein” sein Unwesen treibt. Die Sammlung ist für kommenden Freitag angekündigt. Da ist wohl diesmal für mich keine Zeit mehr, etwas zu unternehmen. *seufz*
Liebe Grüße,
Matthias
Auch heute liegt wieder ein Ankündigungszettel des Fränkischen Blindenvereins in meinem Briefkasten! Immer noch die “3. Gemeinnützige Große Schuhe- und Altkleider-Sammlung”, wie schon im Oktober. Sammeltermin soll schon jetzt am Montag sein, also übermorgen…
Das Ganze hat doch System, insbesondere die kurzfristige Ankündigung!
Hallo,
Bei uns lag heute eine Aufforderung zur Altkleider und Schuhesammlung für den nächsten Montag im Briefkasten. Diese Zettel wurden überall in Stuttgart West verteilt. Es geht hier um den Verein zur Förderung Schwerbehinderter e.V.. Auf dem Zettel ist wieder nur eine Handynummer angegeben. Ich nehme an, daß auch dieser Verein auf Betrug aus ist?! Ich möchte das natürlich nicht unterstützen. Mich wundert auch, daß von offizieller Seite nichts gegen diesen breit angelegten Betrug unternommen wird. Jetzt noch eine Frage, können Sie mir sagen, wo ich gebrauchte Kleidung
etc. an einen seriösen Verein abgeben kann?
Vielen Dank!